Ein Tier kann nicht in Worten sagen, was ihm fehlt. Ein Blutbild, eine Urin- oder eine Kotprobe liefert dann oft die entscheidenden Hinweise, gerade wenn Symptome unklar bleiben. Weil wir viele dieser Untersuchungen direkt in unserer Praxis in Cremlingen auswerten, sind wir nicht auf den Postweg zu einem externen Labor angewiesen. Dieser Überblick erklärt, was zu unserem eigenen Labor gehört, wann eine Blutuntersuchung sinnvoll ist und wann wir zusätzlich mit einem externen Speziallabor zusammenarbeiten.
Warum ein eigenes Labor den Unterschied macht
Ein verändertes Trinkverhalten, weniger Appetit oder einfach nur Mattigkeit können viele Ursachen haben. Ein Blutbild ist dann oft der schnellste Weg zu einer ersten Einschätzung. Weil unser Labor Teil der Praxis ist, müssen Proben nicht erst zu einem externen Dienstleister verschickt werden: Viele Blutwerte liegen bereits innerhalb weniger Minuten vor, häufig noch während des laufenden Termins.
Das verändert, wie wir mit Ihrem Tier arbeiten können. Zeigt sich bei einem akut kranken Tier schon in derselben Untersuchung, dass etwas eilig behandelt werden muss, können wir sofort reagieren, statt auf einen Befund vom Vortag zu warten. Bei einer chronischen Erkrankung lässt sich die Therapie enger begleiten, weil die nächste Kontrolle keinen zweiten Termin für die Befundbesprechung braucht.
Was wir im eigenen Labor untersuchen
Im Mittelpunkt steht das Blutbild mit den wichtigsten Organwerten, etwa zur Funktion von Nieren und Leber, zu Entzündungswerten oder zum Blutzucker. Nieren und Leber kompensieren Probleme oft lange, bevor sich äußerlich etwas verändert; ein verändertes Trinkverhalten oder ein schleichender Gewichtsverlust können erste Hinweise sein, die sich über das Blutbild einordnen lassen. Auch die Schilddrüse lässt sich über eine Blutprobe beurteilen — bei der Katze ist eine Überfunktion im höheren Alter keine Seltenheit, beim Hund kommt eher eine Unterfunktion vor. Beides lässt sich über Blutwerte erkennen und dann gezielt behandeln. Mehr zu diesen und weiteren chronischen Erkrankungen lesen Sie auf unserer Seite Innere Medizin.
- Blutbild und Organwerte direkt in der Praxis
- Schilddrüsenwerte bei Hund und Katze
- Urinuntersuchung bei Nieren- und Harnwegsfragen
- Kotuntersuchung, etwa auf Darmparasiten
- Bei Bedarf: Zusammenarbeit mit einem externen Speziallabor
Das Labor ist Teil unserer umfassenderen Diagnostik. Einen Überblick über Röntgen, Ultraschall und Endoskopie finden Sie auf unserer Seite Diagnostik & Labor.
Urin- und Kotuntersuchung
Eine Urinprobe gibt Auskunft über Nieren und Harnwege und ergänzt das Blutbild um Informationen, die sich aus dem Blut allein nicht ablesen lassen. Eine Kotprobe kann unter anderem Darmparasiten aufdecken.
Bei manchen Fragestellungen reicht eine einzelne Probe nicht aus, weil die Ausscheidung schwankt. Beim Nachweis von Giardien bitten wir deshalb häufig um eine Sammelprobe über mehrere Tage — wie diese Abklärung im Einzelnen abläuft, beschreiben wir ausführlich auf unserer Seite Giardien beim Hund.
Wenn Sie eine Kot- oder Urinprobe mitbringen, erklären wir Ihnen vorab, wie Sie diese am besten gewinnen und aufbewahren, damit das Ergebnis verlässlich ist.
Auch Urin und Kot werten wir im eigenen Labor aus. Liegt die Probe vor, haben Sie das Ergebnis in der Regel noch am selben Tag — Sie müssen für den Befund also nicht ein zweites Mal kommen.
Erregernachweis per PCR — im Haus statt im Versand
Bei einer Infektion genügt es oft nicht zu wissen, dass etwas da ist. Man muss wissen, was. Genau dafür ist die PCR gemacht: Sie weist das Erbgut eines Erregers direkt in der Probe nach, statt Antikörper zu messen, die das Immunsystem erst bilden muss, oder auf eine Kultur zu warten, die erst wachsen muss. Für den direkten Erregernachweis gilt sie deshalb als Methode der Wahl.
Wir haben ein eigenes PCR-Gerät in der Praxis. Der Unterschied für Sie ist Zeit: Die Probe muss nicht erst in ein Labor verschickt werden, das Ergebnis liegt in der Regel am selben Tag vor. Das zählt besonders, wenn eine Entscheidung nicht warten kann — bei ansteckendem Durchfall, bei Atemwegsinfekten in einem Haushalt mit mehreren Tieren, oder wenn zu klären ist, ob ein Tier die anderen gefährdet.
Ein solcher Befund will richtig gelesen werden, und das sagen wir offen dazu. Die PCR findet auch das Erbgut abgetöteter Erreger: Nach einer erfolgreichen Behandlung kann sie noch Tage lang positiv ausfallen, eine zu früh angesetzte Kontrolle sagt deshalb wenig. Umgekehrt schließt ein negatives Ergebnis eine Infektion nie mit vollständiger Sicherheit aus, weil viele Erreger nur zeitweise ausgeschieden werden und eine vorangegangene Behandlung den Nachweis unterdrücken kann. Ein PCR-Ergebnis steht bei uns deshalb nie allein, sondern immer neben der körperlichen Untersuchung und dem Beschwerdebild.
Welcher Test im Einzelfall der richtige ist, hängt von der Fragestellung ab und wird vorher mit Ihnen besprochen. Bei Giardien zum Beispiel hat die PCR die höchste Nachweisrate, während für die übliche Abklärung oft schon der Antigentest aus einer Sammelprobe ausreicht — wie wir dabei vorgehen, steht auf unserer Seite Giardien beim Hund.
Wann eine Blutuntersuchung sinnvoll ist
Eine Blutuntersuchung muss nicht erst dann sein, wenn ein Tier sichtbar krank wirkt. Sie ist besonders sinnvoll ab der zweiten Lebenshälfte im Rahmen eines Seniorenchecks, vor einer geplanten Narkose, bei unklaren Symptomen wie vermehrtem Trinken, Gewichtsverlust oder anhaltender Müdigkeit sowie zur Verlaufskontrolle einer bekannten Erkrankung. Mehr zum Seniorencheck und zur Vorsorge insgesamt lesen Sie auf unserer Seite Vorsorge & Impfung.
Wann wir an ein externes Labor einsenden
Der weitaus größte Teil läuft bei uns im Haus. Beim Blut bleiben nur wenige, besondere Fragestellungen übrig, für die wir einsenden — für diese Spezialfälle arbeiten wir mit einem externen Speziallabor zusammen. Solche Befunde brauchen entsprechend länger als unsere hausinternen Werte, ergänzen die Diagnostik vor Ort aber genau dort, wo es fachlich nötig ist. Welcher Weg für Ihr Tier der richtige ist, entscheiden wir nach der körperlichen Untersuchung und im Gespräch mit Ihnen.
Ablauf und Vorbereitung
Für viele Laboruntersuchungen ist keine besondere Vorbereitung nötig. Soll eine Blutprobe genommen werden, kann es sinnvoll sein, dass Ihr Tier vorher eine Weile nüchtern bleibt — ob das nötig ist, klären wir bei der Terminvergabe.
Ergebnisse besprechen wir so mit Ihnen, dass Sie verstehen, was sie bedeuten und welche nächsten Schritte sinnvoll sind. Ein einzelner Wert sagt selten alles; entscheidend ist die Einordnung im Zusammenhang mit der körperlichen Untersuchung und den Beschwerden Ihres Tieres. Über die MeineTiere-App können Sie Befunde bequem auf dem Smartphone nachlesen.
Laborwerte für Tierhalter aus Braunschweig, Wolfenbüttel und Königslutter
Unsere Praxis liegt in Cremlingen, gut erreichbar für Tierhalter aus Braunschweig, Königslutter am Elm und Wolfenbüttel. Gerade wer den weiteren Weg aus Braunschweig auf sich nimmt, profitiert davon, dass ein Blutbild häufig noch im selben Termin vorliegt: Sie erfahren das Ergebnis vor Ort, statt für die Befundbesprechung ein zweites Mal anreisen zu müssen.
Auch aus Richtung Wolfenbüttel und Königslutter am Elm ist unser eigenes Labor deshalb ein praktischer Vorteil — weniger Fahrten, schnellere Klarheit. Mehr über unsere Praxis und die Anfahrt aus Braunschweig finden Sie auf der Seite Tierarzt für Braunschweig.