Ein operativer Eingriff ist für Tierhalter selten eine leichte Entscheidung. Verständlich, denn er bedeutet Narkose, Wunde und eine Phase der Genesung. Uns ist deshalb wichtig, dass Sie wissen, was auf Sie und Ihr Tier zukommt. Dieser Überblick erklärt, welche Operationen wir durchführen, wie wir die Narkose sicher gestalten und worauf es bei Vorbereitung und Nachsorge ankommt.
Was zur Chirurgie dazugehört
- Weichteilchirurgie, von der Kastration bis zur Tumorentfernung
- Laparoskopie (Schlüsselloch-Chirurgie) für besonders gewebeschonende Eingriffe
- Kaiserschnitte, Pyometra- und Tumoroperationen
- Moderne Narkoseüberwachung während des gesamten Eingriffs
- Multimodale Schmerztherapie für eine ruhige Aufwachphase
Wir besprechen jeden Eingriff vorab in Ruhe mit Ihnen, einschließlich der Frage, ob eine Operation überhaupt der richtige Weg ist, welche Alternativen es gibt und wie der Ablauf aussieht. Eine gute Entscheidung braucht Zeit und Information, und genau die nehmen wir uns.
Weichteilchirurgie und Kastration
Die Weichteilchirurgie umfasst Eingriffe an Haut, Bauch- und Beckenorganen sowie an weiteren Geweben. Dazu gehören Kastrationen, die Entfernung von Umfangsvermehrungen, Eingriffe bei Verletzungen oder die Versorgung von Wunden.
Die Kastration ist einer der häufigsten planbaren Eingriffe. Ob und wann sie für Ihr Tier sinnvoll ist, hängt von Tierart, Geschlecht, Alter, Verhalten und Gesundheit ab. Bei Bedarf kann ein gewebeschonendes laparoskopisches Verfahren zum Einsatz kommen. Wir beraten Sie ergebnisoffen, damit Sie eine gut informierte Entscheidung treffen können.
Geburtshilfe, Pyometra & Tumorchirurgie
Ein Schwerpunkt unserer Weichteilchirurgie sind planbare und akute Eingriffe an Bauch- und Geschlechtsorganen. Dazu gehört der Kaiserschnitt, wenn eine Geburt nicht auf natürlichem Weg gelingt, hier zählt jede Minute, und ein eingespieltes Team sorgt für Mutter und Nachwuchs.
Häufig ist die Pyometra, eine eitrige Gebärmutterentzündung bei unkastrierten Hündinnen und Katzen. Sie ist ein ernster Notfall. Anzeichen sind vermehrtes Trinken, Mattigkeit, Fieber oder Ausfluss. Die zuverlässige Behandlung ist die operative Entfernung der Gebärmutter, und je früher sie erfolgt, desto besser.
Auch Tumoroperationen führen wir durch, von der Entfernung gut- oder bösartiger Umfangsvermehrungen bis zu größeren Eingriffen. Welches Vorgehen sinnvoll ist, hängt vom Befund ab und wird nach gründlicher Diagnostik in Ruhe mit Ihnen besprochen.
Sichere Narkose und Schmerztherapie
Jede Operation findet in Narkose statt. Damit diese so sicher wie möglich ist, untersuchen wir Ihr Tier vorab und stimmen die Narkose individuell auf Alter, Gesundheit und Eingriff ab. Bei Bedarf ergänzen wir eine Blutuntersuchung.
Während des gesamten Eingriffs werden Kreislauf, Atmung und weitere Werte Ihres Tieres überwacht. Eine mehrteilige, sogenannte multimodale Schmerztherapie setzt schon vor dem Eingriff an und begleitet Ihr Tier durch die Aufwachphase. Ziel ist, dass Ihr Tier ruhig, stabil und möglichst schmerzarm aus der Narkose zurückkommt.
Verständlicherweise sorgen sich viele Halter vor allem um die Narkose. Ein gewisses Risiko lässt sich nie ganz ausschließen, doch eine sorgfältige Vorbereitung, eine individuell abgestimmte Narkose und die durchgehende Überwachung halten es so gering wie möglich. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie uns an. Wir nehmen Ihre Fragen ernst und erklären Ihnen den geplanten Ablauf so genau, wie Sie es sich wünschen.
Vorbereitung auf den Eingriff
Vor einer geplanten Narkose sollte Ihr Tier in der Regel etwa 8 bis 12 Stunden nichts mehr fressen; Wasser darf weiter angeboten werden. Die genauen Vorgaben können je nach Tier abweichen und werden im Vorgespräch besprochen. Bei kleinen Heimtieren gelten andere Regeln; hier informieren wir Sie gesondert.
Geben Sie uns vorab Bescheid, wenn Ihr Tier Medikamente erhält oder Vorerkrankungen hat. Planen Sie für den Tag des Eingriffs etwas Ruhe ein, damit Ihr Tier nach dem Aufwachen in eine entspannte Umgebung zurückkehren kann.
Vollständiger Ablauf zum Nachlesen: Unsere ausführliche Patientenaufklärung erklärt Schritt für Schritt Nüchterung, OP-Tag, Aufwachphase und die ersten 24 Stunden zu Hause, inklusive Warnzeichen. → Ratgeber: Narkose, OP & Nachsorge
Nachsorge und Heilung zu Hause
Nach dem Eingriff braucht Ihr Tier vor allem Ruhe. Halten Sie den Wundbereich sauber und geschützt und verhindern Sie, dass Ihr Tier an der Naht leckt. Dabei hilft je nach Lage ein Halskragen oder ein Body. Geben Sie verordnete Medikamente wie besprochen.
Bitte melden Sie sich in der Praxis, wenn die Wunde stark anschwillt, nässt oder sich rötet, wenn Ihr Tier deutlich schmerzhaft wirkt, nicht frisst oder das Allgemeinbefinden sich verschlechtert. Kontrolltermine zur Wundheilung und gegebenenfalls zum Fädenziehen vereinbaren wir mit Ihnen.
Gerade aktive Tiere möchten oft schneller toben, als es der Heilung guttut. Halten Sie die empfohlene Schonzeit ein, auch wenn Ihr Tier sich schon wieder fit fühlt, eine zu frühe Belastung kann die Heilung verzögern. Nach größeren Eingriffen kann eine begleitende Physiotherapie helfen, Kraft und Beweglichkeit Schritt für Schritt wieder aufzubauen. Diese Seite ersetzt keine tierärztliche Beratung im Einzelfall.
Tipp für die Nachsorge: BEAP Pain Score nutzen
In den ersten Tagen nach dem Eingriff lohnt es sich, Schmerzen gezielt zu beobachten. Mit dem BEAP Pain Score schätzen Sie über 8 Beobachtungen täglich ein, wie es Ihrem Tier geht. Und ob die Schmerztherapie angepasst werden sollte.
Tierchirurgie in Cremlingen und der Region
Unsere Praxis in Cremlingen ist gut erreichbar für Tierhalter aus Braunschweig, Königslutter am Elm, Wolfenbüttel und Wolfsburg. Wenn ein Eingriff bei Ihrem Tier ansteht oder Sie eine zweite Einschätzung wünschen, vereinbaren Sie gern einen Termin. Wir besprechen alles in Ruhe mit Ihnen.


