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Eine gute Zahnpflege beugt einer der häufigsten Erkrankungen bei Hund und Katze vor: Zahnstein und seinen Folgen für die Zähne und den ganzen Körper. Mit etwas Geduld und Regelmäßigkeit lässt sich die Zahnpflege gut in den Alltag einbauen. Dieser Ratgeber erklärt, warum sie so wichtig ist und wie sie gelingt.
Warum Tiere Zahnpflege brauchen
Die heute übliche Ernährung reinigt die Zähne bei der Nahrungsaufnahme nicht ausreichend. Zusätzlich verhindern bei vielen Tieren enge Zahnzwischenräume oder Zahnfehlstellungen die natürliche Selbstreinigung des Gebisses.
Nahrungsreste haften an den Zähnen und bieten Bakterien eine ideale Grundlage. So entstehen die anfangs unsichtbaren, weichen Bakterienbeläge, die Plaque. Eine regelmäßige Zahnpflege unterstützt die Zähne dort, wo die Selbstreinigung nicht ausreicht.
Von der Plaque zum Zahnstein
Wird die Plaque nicht regelmäßig entfernt, lagern sich Mineralien aus dem Speichel ein, und es entsteht der feste, meist ockerfarbene Zahnstein.
Zahnstein wiederum fördert das Wachstum von Bakterien unter dem Zahnfleischrand. Das führt zu einer Entzündung des Zahnfleisches und kann sich bis zu einer Entzündung des Zahnhalteapparates entwickeln. Aus einem zunächst harmlosen Belag kann so eine ernste Zahnerkrankung werden.
Die richtige Zahnpasta
Für die tägliche Zahnpflege zu Hause gibt es spezielle Zahnpasta für Hunde und für Katzen. Sie enthält oft Enzyme, schmeckt für die Tiere angenehm, etwa nach Geflügel, und schäumt nicht.
Diese Zahnpasta darf nach der Reinigung einfach abgeschluckt werden. Verwenden Sie niemals Zahnpasta für Menschen, denn sie ist für Tiere nicht geeignet.
Zähneputzen Schritt für Schritt
Das Zähneputzen erfordert Vertrauen zwischen Mensch und Tier. Gehen Sie behutsam vor:
- beginnen Sie am besten schon im Welpen- oder Kittenalter,
- gewöhnen Sie das Tier zunächst an Berührungen an Kopf und Lippen und belohnen Sie es,
- berühren Sie dann behutsam die Zähne, etwa mit etwas Zahnpasta auf dem Finger,
- verwenden Sie anfangs eine Fingerzahnbürste oder einen um den Finger gewickelten Mullverband,
- später kann eine spezielle Tierzahnbürste oder eine weiche Kinderzahnbürste genutzt werden.
Geduld und kleine Schritte
Jeder Schritt sollte erst dann folgen, wenn das Tier den vorherigen entspannt akzeptiert. In der Regel reicht es, die Außenseiten der Zähne zu putzen, da die Innenseiten durch die Zungenbewegungen mitgereinigt werden. Schon etwa eine halbe Minute tägliches Putzen bringt einen großen Nutzen.
Weitere Bausteine der Zahnpflege
Neben dem Zähneputzen können geeignete Kauangebote die Zahnpflege unterstützen. Wichtig ist, dass Kauartikel nicht zu hart sind, damit die Zähne nicht beschädigt werden. Auch eine ausgewogene Ernährung spielt eine Rolle.
Regelmäßige Kontrollen in der Praxis runden die Vorsorge ab. So lassen sich Veränderungen früh erkennen, bevor sie Beschwerden verursachen.
Zahnpflege lohnt sich
Eine konsequente Zahnpflege erspart dem Tier Schmerzen und kann das Gebiss lange gesund halten. Sie ist eine kleine, regelmäßige Mühe mit großem Nutzen.
Gern beraten wir Sie, wie Sie Ihr Tier am besten an die Zahnpflege gewöhnen. Bei Mundgeruch, Zahnstein oder verändertem Fressverhalten sollten Sie es in unserer Praxis vorstellen. Eine tierärztliche Untersuchung ersetzt dieser Ratgeber nicht.