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Die Läufigkeit ist Teil des natürlichen Fortpflanzungszyklus der unkastrierten Hündin. In dieser Zeit ist die Hündin fruchtbar und zeigt körperliche sowie manchmal verhaltensbezogene Veränderungen. Wer den Zyklus seiner Hündin kennt, kann sie in dieser besonderen Phase gut begleiten und eine ungewollte Trächtigkeit vermeiden.
Wann und wie oft die Läufigkeit auftritt
Die erste Läufigkeit tritt meist im ersten Lebensjahr ein. Der genaue Zeitpunkt hängt von Rasse und Größe ab: Kleine Hündinnen werden oft früher läufig als große. Manche Hündinnen sind schon mit sechs Monaten so weit, andere erst gegen Ende des ersten Lebensjahres oder etwas später.
Nach der ersten Läufigkeit wiederholt sich der Zyklus in individuellen Abständen, häufig etwa ein- bis zweimal im Jahr. Die Abstände sind von Hündin zu Hündin verschieden, bleiben bei der einzelnen Hündin aber meist recht gleichmäßig.
Die Phasen des Zyklus
Der Zyklus verläuft in mehreren Phasen. Auf eine Vorbereitungsphase mit Anschwellen der Vulva und blutigem Ausfluss folgt die eigentlich fruchtbare Zeit. Danach schließt sich eine längere Ruhephase an.
Die fruchtbaren Tage liegen meist nicht ganz am Anfang der Läufigkeit. In dieser Zeit ist die Hündin paarungsbereit und besonders aufmerksam zu führen. Die genaue zeitliche Einordnung kann von Hündin zu Hündin schwanken.
Anzeichen der Läufigkeit
- ein Anschwellen der Vulva,
- blutiger Ausfluss, der in Menge und Farbe variieren kann,
- vermehrtes Lecken der Genitalregion,
- verändertes Verhalten, etwa mehr Anhänglichkeit, Unruhe oder Reizbarkeit,
- vermehrtes Markieren beim Spaziergang,
- ein gesteigertes Interesse von Rüden.
Worauf Sie achten sollten
Während der fruchtbaren Tage zieht die Hündin Rüden an. Führen Sie sie zuverlässig an der Leine und vermeiden Sie unkontrollierte Begegnungen, um eine ungewollte Trächtigkeit zu verhindern. Auch eine sonst gut hörende Hündin kann in dieser Zeit weniger zuverlässig auf Kommandos reagieren.
Manche Hündinnen sind in dieser Zeit anhänglicher, empfindlicher oder unruhiger und brauchen etwas mehr Ruhe und Verständnis. Achten Sie auf die Sauberkeit und beobachten Sie das Allgemeinbefinden Ihrer Hündin.
Scheinträchtigkeit
Einige Wochen nach der Läufigkeit kann es zu einer sogenannten Scheinträchtigkeit kommen. Die Hündin verhält sich dann, als hätte sie Welpen: Sie baut ein Nest, trägt Spielzeug umher, ist unruhig oder zieht sich zurück. Auch das Gesäuge kann anschwellen.
Eine leichte Scheinträchtigkeit ist nicht ungewöhnlich und klingt oft von selbst ab. Bei ausgeprägten Anzeichen, einem verändertem Allgemeinbefinden oder einer Entzündung des Gesäuges sollte die Hündin tierärztlich vorgestellt werden. Gern beraten wir Sie dazu.
Wann tierärztlicher Rat wichtig ist
Auffälliger, eitriger oder übel riechender Ausfluss sowie ein verändertes Allgemeinbefinden mit Mattigkeit, vermehrtem Trinken oder Appetitlosigkeit sollten zeitnah abgeklärt werden. Das gilt besonders einige Wochen nach der Läufigkeit, da in dieser Zeit eine Gebärmuttervereiterung auftreten kann, die ernst zu nehmen ist.
Kastration als Thema
Bei Fragen zum Zyklus, zur Scheinträchtigkeit oder zur Möglichkeit einer Kastration beraten wir Sie gern. Ob und wann eine Kastration sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab und sollte in Ruhe gemeinsam besprochen werden.
Bei auffälligem Ausfluss oder einem veränderten Allgemeinbefinden sollten Sie Ihre Hündin in unserer Praxis vorstellen. Eine tierärztliche Untersuchung ersetzt dieser Ratgeber nicht.