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Harnwegsinfektionen gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Harnwege bei Hund und Katze. Da die Harnwege eine Verbindung zur Außenwelt haben und in der Nähe des Enddarms liegen, können Bakterien in die Harnröhre und von dort in die Blase gelangen. Dieser Ratgeber erklärt, woran Sie eine Harnwegsinfektion erkennen und wie sie behandelt wird.
Wie eine Harnwegsinfektion entsteht
Bakterien können über die Harnröhre aufsteigen und in die Harnblase gelangen, wo sie eine Entzündung auslösen. Begünstigt wird das durch verschiedene Faktoren.
Weibliche Tiere sind häufiger betroffen als männliche, da ihre Harnröhre kürzer ist und Bakterien so einen kürzeren Weg zurücklegen müssen. Auch andere Grunderkrankungen oder Veränderungen im Harntrakt können das Risiko erhöhen.
Blasenentzündung erkennen
Ist hauptsächlich die Harnblase betroffen, spricht man von einer Blasenentzündung oder Zystitis. Sie zeigt sich häufig durch:
- Schmerzen beim Wasserlassen,
- häufiges Absetzen kleiner Urinmengen,
- verstärkten Harndrang,
- getrübten oder rötlich verfärbten Urin,
- vermehrtes Lecken im Genitalbereich,
- manchmal Unsauberkeit oder Absetzen von Urin an ungewohnten Stellen.
Wann es dringend wird
Wenn ein Tier, besonders ein Kater, häufig auf die Toilette geht, presst, aber kaum oder keinen Urin absetzt, kann ein Harnstau vorliegen. Das ist ein Notfall und erfordert sofortige tierärztliche Hilfe.
Untersuchung und Behandlung
Bei den typischen Beschwerden eines einfachen Harnwegsinfekts kann nach tierärztlichem Ermessen eine gezielte Behandlung erfolgen. Eine Untersuchung des Urins hilft, den passenden Weg zu wählen.
Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Vermehrtes Trinken erhöht die Urinproduktion, und der Spüleffekt des Urins ist ein wichtiger natürlicher Schutzmechanismus gegen Harnwegsinfektionen.
Weiterführende Untersuchungen
Bei wiederkehrenden Beschwerden ist eine genauere Abklärung sinnvoll. Eine Urinprobe wird steril entnommen und im Labor auf Krankheitskeime untersucht. Anhand des Ergebnisses lässt sich gezielt behandeln.
Je nach Fall können eine Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung der Harnwege sinnvoll sein. Bleibt die Behandlung erfolglos, kann eine weitergehende Untersuchung bei einem auf Urologie spezialisierten Tierarzt nötig sein, um die Ursache zu finden.
Wie Sie zur Diagnose beitragen können
Ihre Beobachtungen sind sehr hilfreich. Dokumentieren Sie, wie oft Ihr Tier Urin absetzt, in welcher Menge und ob der Urin verändert aussieht. Auch kurze Videos vom Harnabsatz können bei der Einordnung helfen.
Gerade bei wiederkehrenden Beschwerden erleichtern solche Aufzeichnungen den Weg zur Diagnose und zur passenden Behandlung.
Vorbeugung
Eine gute Vorbeugung umfasst eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, saubere Toiletten oder Auslaufmöglichkeiten und die Möglichkeit, Urin regelmäßig abzusetzen. Bei Katzen können mehrere Wasserstellen das Trinken fördern.
Bei Anzeichen einer Blasenentzündung, besonders wenn Ihr Tier presst, ohne Urin abzusetzen, sollten Sie es in unserer Praxis oder beim Notdienst vorstellen. Eine tierärztliche Untersuchung ersetzt dieser Ratgeber nicht.