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Verletzungen am Auge gehören zu den Situationen, die rasch tierärztlich beurteilt werden sollten. Das Auge ist ein empfindliches Organ, und Schäden können sich innerhalb kurzer Zeit verschlimmern. Hunde und Katzen verletzen sich das Auge im Alltag häufiger, als man denkt, etwa beim Spielen, beim Stöbern im Gebüsch oder bei Rangeleien mit Artgenossen. Wer die Anzeichen kennt und besonnen reagiert, kann seinem Tier viel ersparen und die Aussichten auf eine gute Heilung verbessern.
Wie Augenverletzungen entstehen
Die Ursachen sind vielfältig. Häufig sind es Kratzer durch Äste, Gräser oder Krallen, Fremdkörper wie Grannen, Sandkörner oder kleine Pflanzenteile, Stöße und Schläge oder Bisse bei Auseinandersetzungen. Auch chemische Reize, etwa durch Reinigungsmittel oder Stäube, können das Auge schädigen.
Katzen ziehen sich Augenverletzungen oft bei Revierkämpfen zu, wenn die Krallen des Gegners das Auge treffen. Hunde verletzen sich eher beim Stöbern im Unterholz oder beim wilden Spiel. Tiere mit hervorstehenden Augen sind grundsätzlich stärker gefährdet, weil ihre Augen weniger geschützt liegen.
Anzeichen einer Augenverletzung
- das Tier kneift das Auge zu oder hält es nicht richtig auf,
- vermehrter Tränenfluss oder ein verändertes, eitriges Sekret,
- Rötung der Bindehaut oder eine Trübung der Hornhaut,
- Reiben des Auges mit der Pfote oder an Gegenständen,
- Lichtscheu und der Wunsch, sich an dunkle Orte zurückzuziehen,
- ein sichtbarer Fremdkörper, eine Schwellung oder Blut im Auge,
- eine veränderte Form oder Größe der Pupille.
Warum schnelles Handeln wichtig ist
Eine zunächst kleine Verletzung der Hornhaut kann sich entzünden oder vertiefen. Bleibt ein Fremdkörper im Auge, scheuert er bei jedem Lidschlag und verschlimmert den Schaden. Deshalb gilt: Anzeichen einer Augenverletzung sollten nicht abgewartet werden. Je früher das Auge fachkundig beurteilt wird, desto besser sind die Aussichten auf eine vollständige Heilung.
Was Sie zu Hause tun können und was nicht
Hindern Sie Ihr Tier möglichst daran, am Auge zu reiben, da es die Verletzung sonst vergrößern kann. Ein Halskragen kann vorübergehend helfen, falls vorhanden. Liegt ein loser Fremdkörper auf, kann vorsichtiges Spülen mit klarer, lauwarmer Kochsalzlösung sinnvoll sein.
Versuchen Sie aber nicht, festsitzende Fremdkörper zu entfernen, und geben Sie keine Augentropfen oder Salben, die für Menschen gedacht sind. Manche dieser Mittel können bei bestimmten Verletzungen sogar schaden. Wenden Sie keine Hausmittel an, sondern bringen Sie Ihr Tier zeitnah in die Praxis.
Untersuchung in der Praxis
In der Praxis wird das Auge gründlich untersucht. Mit speziellen Untersuchungstechniken lässt sich beurteilen, ob die Hornhaut verletzt ist, ob ein Fremdkörper vorhanden ist und ob tiefere Strukturen betroffen sind.
Manchmal wird ein Farbstoff verwendet, der kleine Verletzungen der Hornhaut sichtbar macht. Auch der Augeninnendruck kann gemessen werden, da Verletzungen mit Veränderungen des Drucks einhergehen können. Anhand der Befunde lässt sich einschätzen, wie ernst die Verletzung ist und wie sie behandelt werden sollte.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Art und Ausmaß der Verletzung. Oberflächliche Schäden heilen oft mit Augentropfen oder Salben gut ab. Fremdkörper werden vorsichtig entfernt. Bei tieferen Verletzungen können weitere Maßnahmen nötig sein.
Wichtig ist, die verordneten Medikamente genau wie besprochen anzuwenden und Kontrolltermine wahrzunehmen, da sich der Zustand eines verletzten Auges rasch ändern kann. Ein Halskragen schützt das Auge in der Heilungsphase vor dem Reiben.
Vorbeugung
Nicht jede Augenverletzung lässt sich vermeiden. Sie können das Risiko aber senken, indem Sie auf scharfkantiges Spielzeug verzichten, beim Spaziergang auf dichtes Gestrüpp achten und das Auge regelmäßig anschauen. Kontrollieren Sie nach Ausflügen ins Grüne, ob sich Grannen oder Pflanzenteile in der Augengegend befinden. Bei Tieren mit hervorstehenden Augen ist besondere Aufmerksamkeit geboten.
Bei einem zugekniffenen Auge, Trübung, Rötung, einem Fremdkörper oder verändertem Verhalten sollten Sie Ihr Tier zeitnah in unserer Praxis vorstellen. Eine tierärztliche Untersuchung ersetzt dieser Ratgeber nicht.