Hinweis: Dieses Bild wurde mit Künstlicher Intelligenz erstellt.
Arthrose ist eine chronische, fortschreitende Verschleißerkrankung der Gelenke und gehört bei Hund und Katze zu den häufigsten orthopädischen Problemen. Sie entwickelt sich langsam über Monate und Jahre. Weil unsere Tiere Schmerzen gut verbergen, bleibt die Erkrankung oft lange unbemerkt. Je früher Arthrose erkannt und begleitet wird, desto besser lässt sich die Lebensqualität erhalten und desto angenehmer bleibt der Alltag für das Tier.
Wie Arthrose entsteht
Im gesunden Gelenk überzieht eine glatte, elastische Knorpelschicht die Knochenenden und wirkt als Stoßdämpfer. Die Gelenkflüssigkeit schmiert das Gelenk und ernährt den Knorpel. Bei der Arthrose nutzt sich dieser Knorpel ab, wird rau und dünn. Die Gelenkflächen reiben stärker aneinander, der Knochen bildet randständige Zubildungen, und die Gelenkkapsel verdickt sich. Es kommt zu wiederkehrenden entzündlichen Schüben mit Schmerz und Schwellung. Schmerzen führen zu Schonung, Schonung zu Muskelabbau, und die geschwächte Muskulatur kann das Gelenk schlechter stützen, sodass ein Kreislauf entsteht.
Ursachen und Risikofaktoren
Häufig entsteht Arthrose als Folge anderer Probleme:
- angeborene Gelenkerkrankungen wie Hüft- oder Ellbogengelenksdysplasie,
- Verletzungen wie Kreuzbandriss, Stürze oder gelenknahe Brüche,
- Fehlstellungen der Gliedmaßen oder eine instabile Kniescheibe,
- dauerhaftes Übergewicht,
- Über- und Fehlbelastung, etwa durch sehr intensiven Sport,
- das natürliche Älterwerden.
Große, schwere Hunderassen sind besonders gefährdet. Bei Katzen lässt sich oft kein einzelner Auslöser benennen. In vielen Fällen wirken mehrere Faktoren zusammen, und der Verschleiß entwickelt sich über Jahre, ohne dass ein bestimmter Auslöser erkennbar ist.
Warum die Erkrankung fortschreitet
Ist der Knorpel einmal geschädigt, kann der Körper ihn nicht vollständig wieder aufbauen. Jede zusätzliche Belastung, jede Fehlstellung und jedes Übergewicht beschleunigt den Verlauf. Genau deshalb sind Gewichtskontrolle und angepasste Bewegung so wirkungsvoll: Sie greifen an den Stellen an, die sich beeinflussen lassen, und können das Fortschreiten verlangsamen.
Symptome beim Hund
Hunde zeigen Arthrose oft durch Steifheit nach dem Aufstehen, die sich nach einigen Schritten bessert, durch Lahmheit nach Belastung, Zögern beim Treppensteigen oder Einsteigen ins Auto, verminderte Ausdauer und das Suchen warmer Liegeplätze. Manche Hunde lecken an den betroffenen Gelenken oder reagieren empfindlich auf Berührung. Auch Wesensveränderungen wie Gereiztheit können auftreten.
Symptome bei der Katze
Katzen lahmen selten sichtbar. Sie springen weniger oder zögern dabei, klettern vorsichtiger, bewegen sich insgesamt weniger und vernachlässigen die Fellpflege. Manche nutzen das Katzenklo seltener, weil hohe Ränder zum Hindernis werden. Solche stillen Veränderungen werden leicht für normale Alterserscheinungen gehalten, sind aber oft ein Hinweis auf Schmerzen.
Diagnose
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über Ihre Beobachtungen aus dem Alltag. Berichten Sie ruhig auch über Kleinigkeiten. Es folgen eine gründliche orthopädische Untersuchung und meist Röntgenaufnahmen, die zeigen, welche Gelenke betroffen sind und wie weit der Verschleiß fortgeschritten ist. Manchmal sind weitere Untersuchungen sinnvoll, um andere Ursachen der Beschwerden auszuschließen. Das Ausmaß der Röntgenbefunde und die Stärke der Beschwerden stimmen nicht immer überein.
Behandlung und Begleitung
Arthrose ist nicht heilbar, lässt sich aber gut begleiten. Ziel ist, Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu dämpfen und die Beweglichkeit zu erhalten.
Gewicht und Bewegung
Ein gesundes Körpergewicht ist die wirksamste Entlastung der Gelenke. Schon wenige Kilogramm weniger machen einen spürbaren Unterschied. Bewegung sollte regelmäßig, aber moderat sein. Beim Hund sind mehrere kurze Spaziergänge besser als ein langer; bei der Katze hilft sanftes, regelmäßiges Spielen, um sie in Bewegung zu halten.
Medikamente und Physiotherapie
Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente gehören in tierärztliche Hand, weil Dosierung und Verträglichkeit überwacht werden müssen. Schmerzmittel aus der menschlichen Hausapotheke sind gefährlich und für Katzen oft giftig. Beim Hund kann eine Physiotherapie die Muskulatur stärken und das Gelenk stabilisieren.
Den Alltag erleichtern
- warme, weiche und gut erreichbare Schlafplätze ohne Zugluft,
- rutschfeste Böden und Teppichläufer,
- Rampen oder Treppchen als Aufstiegshilfe,
- für Katzen ein Klo mit niedrigem Einstieg,
- Futter und Wasser in angenehmer Höhe,
- kurze, gepflegte Krallen für sicheren Stand,
- Geduld und genügend Zeit für Pausen.
Mit Arthrose leben
Arthrose verläuft in Schüben. Gute und schlechte Tage wechseln sich ab, und das Wetter, die Belastung des Vortages oder die Jahreszeit können die Tagesform beeinflussen. Diese Schwankungen sind normal. Beobachten Sie Ihr Tier aufmerksam und passen Sie Bewegung und Ruhe an die jeweilige Verfassung an. Viele Tiere können mit einer guten Begleitung über Jahre ein zufriedenes Leben führen. Wichtig ist, die Behandlung regelmäßig zu überprüfen und an den aktuellen Zustand anzupassen.
Vorbeugung
Ganz verhindern lässt sich Arthrose nicht. Das Risiko sinkt jedoch mit einem schlanken, muskulösen Körper, altersgerechter Bewegung und der Vermeidung von Überlastung im Wachstum. Bei jungen Hunden großer Rassen ist eine angepasste Fütterung wichtig, damit das Skelett gleichmäßig wächst. Treppen und weite Sprünge sollten im Welpenalter begrenzt werden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Veränderungen früh zu erkennen.
Wenn Ihr Tier steif wirkt, lahmt, nicht mehr springt oder sich zurückzieht, sollten Sie es in unserer Praxis vorstellen. Eine tierärztliche Untersuchung ersetzt dieser Ratgeber nicht.
Arthrose ist nicht nur für den Menschen eine schmerzhafte Krankheit auch Hunde und Katzen können darunter leiden.
Ursache
Die Arthrose gehört zu den nicht-entzündlichen Gelenkerkrankungen und betrifft meist ältere Tiere. Die Arthrose bei Hunden betrifft vor allem größere Rassen. Es kommt zu einer Knorpeldegeneration ohne ersichtlichen Grund. Obwohl der Gelenkknorpel degeneriert, ist die Degeneration nicht unbedingt auf Altersverschleiß zurückzuführen, wie in Studien gezeigt wurde. Die Ursachen, die zu Arthrose führen, sind nicht ausreichend geklärt.
Neben dieser Form der Arthrose mit unbekannten Ursachen treten auch Formen auf, die durch angeborene Fehlentwicklungen im Knorpel-, Knochen- und Skelettwachstum entstehen.
Arthrosen können auch Folge von Frakturen und entzündlichen Gelenkerkrankungen (Arthritis) sein.
Symptome
Generell ist es sehr schwierig, Schmerz bei Tieren zu erkennen. Tiere leiden oft ohne zu jammern. Trotzdem muss davon ausgegangen werden, dass Tiere unter den gleichen Schmerzen leiden, wie Menschen mit Arthrose. Oft ist eine Lahmheit ein Zeichen für Schmerz. Auch Bewegungsunlust, die Weigerung, Treppen zu steigen oder zu springen können Zeichen von Schmerzen sein. Die Arthrose bei Katzen zeigt sich häufig, durch das verringerte Nutzen des Kratzbaums, da das Springen und/oder Krazten der Katze Schmerzen bereitet.
Typisch für Arthrosen sind Schmerzen, die bei Bewegung auftreten, aber im Ruhezustand wieder verschwinden. Oft reichen schon leichte Bewegungen, z.B. im Schlaf, um den Schmerz auszulösen. Auch Temperatur-, Feuchtigkeits- oder Luftdruckschwankungen können Beschwerden auslösen, wie von betroffenen Menschen berichtet wird. Typisch sind Steifheit nach Ruhephasen, die meist wieder innerhalb kurzer Zeit vergehen.
Übergewicht scheint die Symptome (sowohl bei Mensch als auch bei Tier) zu verstärken, eine Gewichtsreduktion ist bei übergewichtigen Tieren sinnvoll.
Behandlung
Neben einfachen Verhaltensregeln wie Wärme, Ruhe in akuten Phasen und ansonsten gemäßigte Bewegung kann eine medikamentöse Therapie zu einer Verminderung der Schmerzen und Besserung führen.
Operative Behandlungsmethoden sind nur dann zu empfehlen, wenn konservative nicht mehr greifen.
Bei anhaltenden Beschwerden, Unsicherheiten oder einer Verschlechterung des Allgemeinbefindens sollten Sie Ihr Tier in unserer Praxis vorstellen. Eine tierärztliche Untersuchung ersetzt dieser Ratgeber nicht.