Abgebrochener Zahn bei Hund und Katze — Ratgeber der Kleintierpraxis Cremlingen Hinweis: Dieses Bild wurde mit Künstlicher Intelligenz erstellt.

Die Zähne von Hund und Katze sind robust, aber nicht unverwüstlich. Beim Spielen, beim Kauen auf harten Gegenständen oder durch einen Sturz kann ein Zahn absplittern oder brechen. Besonders häufig betroffen sind die großen Fang- und Reißzähne, weil sie beim Zupacken stark beansprucht werden. Da Tiere Schmerzen im Maul gut verbergen, bleibt ein abgebrochener Zahn nicht selten lange unbemerkt.

Wie kommt es zu einem Zahnbruch?

Typische Auslöser sind das Kauen auf sehr harten Materialien wie Steinen, Geweihstücken oder festen Kunststoffknochen, ein Aufprall beim Toben oder ein Unfall. Auch Wild- und Beutejagdverhalten oder das Tragen schwerer Gegenstände kann zu Brüchen führen. Zähne, die durch eine bestehende Erkrankung bereits geschwächt sind, brechen zudem leichter.

Man unterscheidet einfache Brüche, bei denen nur der Zahnschmelz oder das darunterliegende Dentin betroffen ist, von komplizierten Brüchen, bei denen die Pulpa mit Nerven und Blutgefäßen freiliegt. Während einfache Brüche zunächst weniger Beschwerden verursachen, sind komplizierte Brüche schmerzhaft und können sich entzünden.

Welche Anzeichen gibt es?

Viele Tiere zeigen trotz Schmerzen nur wenige äußere Reaktionen. Aufmerksam sollten Sie werden, wenn Ihr Tier:

  • auf einer Seite kaut oder hartes Futter plötzlich meidet,
  • vermehrt speichelt oder mit der Pfote am Maul reibt,
  • Mundgeruch entwickelt,
  • eine sichtbare Absplitterung oder eine dunkle Verfärbung an einem Zahn aufweist,
  • sich beim Spielen mit Kauartikeln zurückhält.

Eine dunkle Verfärbung kann darauf hinweisen, dass die Pulpa abgestorben ist. Auch ein solcher Zahn sollte beurteilt werden, selbst wenn er aktuell keine Schmerzen zu bereiten scheint.

Untersuchung in der Praxis

Zunächst beurteilen wir den betroffenen Zahn und prüfen, ob die Pulpa betroffen ist. Eine genaue Einschätzung gelingt oft erst in Narkose, da sich das Tier dann nicht wehrt und auch der hintere Maulbereich gut zugänglich ist. Eine Röntgenaufnahme des Zahns hilft, das Ausmaß der Schädigung und den Zustand der Zahnwurzel zu beurteilen.

Behandlung

Bei einfachen Brüchen genügt häufig ein Glätten der Bruchkante und eine regelmäßige Kontrolle. Liegt die Pulpa frei oder ist der Zahn abgestorben, ist eine Versorgung notwendig. Je nach Befund kommt eine Wurzelbehandlung infrage, mit der sich der Zahn erhalten lässt, oder das Ziehen des Zahns. Welcher Weg sinnvoll ist, hängt vom betroffenen Zahn, vom Ausmaß des Schadens und vom Allgemeinzustand des Tieres ab.

Warum eine zeitnahe Abklärung sinnvoll ist

Ein unversorgter komplizierter Bruch kann zu einer Entzündung der Zahnwurzel und zu dauerhaften Schmerzen führen. Über die offene Pulpa können Bakterien in das Zahninnere gelangen. Je früher wir den Zahn beurteilen, desto eher lässt er sich erhalten und desto geringer ist die Belastung für Ihr Tier.

Vorbeugung

Vermeiden Sie sehr harte Kauartikel und ungeeignetes Spielzeug. Eine einfache Faustregel lautet: Lässt sich ein Gegenstand mit dem Fingernagel nicht eindrücken, ist er für die Zähne zu hart. Geben Sie Ihrem Tier stattdessen elastischere, zahnfreundliche Alternativen. Werfen Sie zudem regelmäßig einen Blick in das Maul Ihres Tieres und lassen Sie das Gebiss bei den Vorsorgeterminen mit beurteilen.

Abgebrochene Zähne sollten immer von einem Tierarzt versorgt werden

Bei abgebrochenen Zähnen unterscheidet man zwischen komplizierten und unkomplizierten Frakturen.

Unterschiedliche Zahnfrakturen

Unkomplizierte Fraktur

Als unkomplizierte Fraktur wird das Abbrechen eines kleinen Teils der Zahnkrone bezeichnet, wobei es nicht zur Eröffnung der Zahnpulpa (enthält Nerv und Blutgefäß) kommt. Dabei geht ein Teil der härtesten Schutzschicht des Zahnes - der Zahnschmelz verloren. Das darunterliegende Zahnbein liegt dann frei und der Zahn wird schmerzempfindlich. Durch kleine Kanälchen im Zahnbein kann es auch ohne direkte Verletzung der Pulpa zur Keiminvasion kommen. Dies kann in der Folge zum Absterben des Zahnes und zu aufsteigenden Infektionen im Kieferknochen führen. Eine Versiegelung des Zahnes vermindert die Schmerzempfindlichkeit und senkt das Risiko für Infektionen.

Komplizierte Fraktur

Bei einer komplizierten Fraktur kommt es gleich zu einer direkten Eröffnung der Zahnpulpa. Der Zahnnerv liegt frei und es kommt zu einer leichten Blutung. Dies kann am Anfang sehr schmerzhaft sein - die Hunde speicheln vermehrt und fressen schlechter. Die Folge ist immer eine Infektion und ein Absterben des Zahnes. Hier herrscht immer Handlungsbedarf um unnötige Schmerzen zu vermeiden! Ein Zahn mit eröffneter Pulpa muß entweder einer Wurzelkanalbehandlung unterzogen werden, oder extrahiert werden um chronische Schmerzen und Kieferabszesse zu vermeiden. Durch eine Wurzelkanalfüllung können wichtige Zähne lebenslang schmerzfrei erhalten werden.

Auch abgebrochene Milchzähne müssen unbedingt versorgt werden!

Bei anhaltenden Beschwerden, Unsicherheiten oder einer Verschlechterung des Allgemeinbefindens sollten Sie Ihr Tier in unserer Praxis vorstellen. Eine tierärztliche Untersuchung ersetzt dieser Ratgeber nicht.

Kurz erklärt

Häufige Fragen zu Abgebrochener Zahn bei Hund und Katze

Wie kommt es zu einem Zahnbruch?

Typische Auslöser sind das Kauen auf sehr harten Materialien wie Steinen, Geweihstücken oder festen Kunststoffknochen, ein Aufprall beim Toben oder ein Unfall. Auch Wild- und Beutejagdverhalten oder das Tragen schwerer Gegenstände kann zu Brüchen führen. Zähne, die durch eine bestehende Erkrankung bereits geschwächt sind, brechen zudem leichter.

Welche Anzeichen gibt es?

Viele Tiere zeigen trotz Schmerzen nur wenige äußere Reaktionen. Aufmerksam sollten Sie werden, wenn Ihr Tier:

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zunächst beurteilen wir den betroffenen Zahn und prüfen, ob die Pulpa betroffen ist. Eine genaue Einschätzung gelingt oft erst in Narkose, da sich das Tier dann nicht wehrt und auch der hintere Maulbereich gut zugänglich ist. Eine Röntgenaufnahme des Zahns hilft, das Ausmaß der Schädigung und den Zustand der Zahnwurzel zu beurteilen.

Wie wird behandelt und was hilft?

Bei einfachen Brüchen genügt häufig ein Glätten der Bruchkante und eine regelmäßige Kontrolle. Liegt die Pulpa frei oder ist der Zahn abgestorben, ist eine Versorgung notwendig. Je nach Befund kommt eine Wurzelbehandlung infrage, mit der sich der Zahn erhalten lässt, oder das Ziehen des Zahns. Welcher Weg sinnvoll ist, hängt vom betroffenen Zahn, vom Ausmaß des Schadens und vom Allgemeinzustand des Tieres ab.

Warum eine zeitnahe Abklärung sinnvoll ist

Ein unversorgter komplizierter Bruch kann zu einer Entzündung der Zahnwurzel und zu dauerhaften Schmerzen führen. Über die offene Pulpa können Bakterien in das Zahninnere gelangen. Je früher wir den Zahn beurteilen, desto eher lässt er sich erhalten und desto geringer ist die Belastung für Ihr Tier.

Wann sollte ich mit meinem Tier in die Praxis kommen?

Wenn Sie unsicher sind, Beschwerden länger anhalten oder sich der Zustand Ihres Tieres verschlechtert, sollten Sie Ihr Tier tierärztlich vorstellen. Im Zweifel beraten wir Sie gerne persönlich — vereinbaren Sie einfach einen Termin.

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Sie haben Fragen zur Gesundheit Ihres Tieres?

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei Beschwerden oder Unsicherheiten beraten wir Sie persönlich — vereinbaren Sie einfach einen Termin.

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